Jeden Morgen gehen sie zur Arbeit. Das Gehen selbst ist Arbeit. Sie alle gehen –irgendwohin: in Nairobi zum Matatu (Sammeltaxi), in Berlin zur U-Bahn-Station. Es sind Ströme von Menschen, dichte Bewegungen, die sich Tag für Tag ihren Weg durch den Dschungel der Stadt bahnen.
Viele versuchen, das Gehen zu vermeiden, verlegen ihren Arbeitsplatz näher an den Wohnort oder schaffen sich neue Arbeitsformen, um den täglichen Weg zu verkürzen oder zu umgehen.
Die kenianisch-deutsche Tanzproduktion Jua Kali von Jared Onyango und Lea Pischke untersucht die alltäglichen Wege von Menschen in Nairobi und Berlin. Sie fragt, wie politische und urbane Bedingungen eine so grundlegende menschliche Bewegung prägen und verändern können.
In Jua Kali wird Fortbewegung zum universellen Motiv – als Spannungsfeld zwischen Gemeinsamkeit und Einsamkeit inmitten der Masse.